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Notizen zur Fotografie

Planfilmentwicklung: Der Combi-Plan-Tank

Bislang habe ich meine Plan­filme nach alter Väter Sitte in der offenen Schale ent­wickelt. Das geht auch ganz gut – solange man in einem licht­dichten Raum arbeiten kann. Auf Reisen ist das jedoch nicht immer möglich. Daher habe ich mich nach einem anderen System umgesehen und bin auf den Combi-Plan-Tank aufmerksam geworden, einen Tages­licht­ent­wicklungs­tank für Film­formate bis 4 × 5″.

© Martin Frech: Das Combi-Plan-Tanksystem zur Planfilmentwicklung.

© Martin Frech: Das Combi-Plan-Tanksystem zur Planfilmentwicklung.

Der Combi-Plan-Tank wird seit mehr als einem halben Jahr­hundert unverändert produziert – für mich ein deut­licher Hinweis auf ein bewährtes Produkt. Und tatsächlich: es funktioniert bestens.

Der Film­träger nimmt bis zu sechs Plan­filme auf (oder 12, wenn man jeweils zwei Rück­seite an Rück­seite einlegt). Oben gibt es einen licht­dichten Einlaß zum Befüllen (ein kleiner Trichter wird mit­geliefert), unten einen Abfluß. Der Gummi­deckel wird nur aufgedrückt, es gibt keine Klammern o. ä. zum Sichern.

Da ich mit dem Tank auch außer­halb der Dunkel­kammer arbeiten möchte, nutze ich einen Wechsel­sack, um die Filme aus den Kassetten in den Träger umzulegen. Ich wollte mich nicht lange mit Testen aufhalten, sondern gleich loslegen. Also habe ich vier »richtige« 4 × 5″-Plan­filme (Ilford FP4+) entwickelt.

Das Befüllen und Entleeren des Tanks dauert jeweils ungefähr 30 Sekunden. Um keine ungleich­mäßige Entwicklung zu riskieren, habe ich zehn Minuten lang ent­wickelt (Agfa Rodinal), mit Wasser gestoppt und wie gewohnt fixiert.

Gewöhnungs­bedürftig ist für mich die große Flüssig­keits­menge (1,2 Liter). Sonst unter­scheidet sich die Hand­habung kaum von der Arbeit mit einer Ent­wicklungs­dose.

© Martin Frech: Die Planfilme trocknen.

© Martin Frech: Die Planfilme trocknen.

Für mich hat das System schon im ersten Einsatz prima funktioniert. Mein Tank ist licht­dicht und tropft nur wenig – und das wichtigste: ich sehe keine Unregel­mäßig­keiten auf dem Negativ:

© Martin Frech: Wohnhaus (Berlin, 9/2007; Architekt: Rudolf Maté)

© Martin Frech: Wohnhaus (Berlin, 9/2007; Architekt: Rudolf Maté)

Wie man mit mehreren Combi-Plan-Tanks eine klassische Tank­ent­wicklung im kleinen praktiziert, beschreibt Eugene Singer in seinem Text Developing 4 × 5 Sheet Film: An Alternative Method. 1


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Singer, Eugene: Developing 4 × 5 Sheet Film: An Alternative Method. (o. D.) Online: ↬ largeformatphotography.info/alternative-developing/ [2020-07-22]

Zitierempfehlung:
Frech, Martin: Planfilmentwicklung: Der Combi-Plan-Tank. In: Notizen zur Fotografie, 2007-09-17. Online: http://www.medienfrech.de/foto/NzF/2007-09-17/Combi-Plan-Tank.html [Abrufdatum]